ICH GESTALTE NICHT FÜR, SONDER MIT

Im Service Design arbeite ich nutzerzentriert und bedürfnisorientiert – gemeinsam mit den Menschen, für die ein Service gemacht ist.

Neben einem Chatbot-Projekt für das Deutsche Rote Kreuz habe ich im Sommersemester 2025 meine Bachelorarbeit unter der Betreuung von Prof. Daniela Hensel abgeschlossen: „Tripsit – Ein Konzept für Safer Use in der Partykultur“.

Dafür habe ich acht Monate lang die Berliner Clubszene erforscht – mit Interviews, einer großen Umfrage, einem internationalen Ländervergleich und Recherchen zu Suchtprävention. Aus diesen Erkenntnissen entstand ein Konzept, das Safer-Use-Informationen auf Augenhöhe und direkt in der Szene zugänglich macht.

Ob Verwaltung, Kultur oder soziale Kontexte: Ich finde heraus, was Nutzer:innen brauchen – und gestalte Lösungen, die relevant, verständlich und menschlich sind.

Was passiert, wenn die Zielgruppe selbst an einem Safer-Use-Projekt mitschreibt?

Was passiert, wenn die Zielgruppe selbst an einem Safer-Use-Projekt mitschreibt?

Tripsit

Ein Konzept für Safer Use in der Partykultur

Im Sommersemester 2025 habe ich im Rahmen meiner Bachelorarbeit im Bereich Service Design das Konzept Tripsitentwickelt. Acht Monate lang habe ich mich intensiv mit der Berliner Partykultur beschäftigt und untersucht, wie Menschen im Clubkontext mit psychoaktiven Substanzen umgehen und wie Design ein Bewusstsein dafür schaffen kann.

Meine Recherche war bewusst breit aufgestellt:

Ich habe Interviews mit Clubmitarbeiter*innen, Awareness-Mitgliedern, Sozialarbeiter:innen und Partygänger:innengeführt sowie eine Online-Umfrage mit über 140 Teilnehmenden ausgewertet.

Zusätzlich habe ich einen internationalen Ländervergleich durchgeführt, um zu verstehen, wie Safer-Use-Ansätze in Ländern wie der Schweiz, Portugal oder Spanien umgesetzt werden und welche Modelle dort bereits erfolgreich funktionieren.

Ein weiterer Bestandteil meiner Forschung war die Auseinandersetzung mit Suchtprävention:

  • Ab wann wird aus impulsivem Konsum ein Muster?

  • Wo beginnt Sucht, und welche psychologischen und sozialen Faktoren spielen dabei eine Rolle?

  • Diese Fragen waren für mich wichtig, um Tripsit nicht nur gestalterisch, sondern auch inhaltlich verantwortungsvoll zu entwickeln.

Die Erkenntnisse waren eindeutig:

Es gibt Aufklärung, aber sie erreicht die Szene selten dort, wo der Konsum tatsächlich stattfindet – im Club, auf dem Festival, im Moment des Rauschs. Genau dort braucht es Kommunikation, die verstanden wird und nicht belehrend wirkt.

Auf dieser Basis ist Tripsit entstanden: ein gestalterisches Konzept, das Safer Use auf Augenhöhe vermittelt.

Mit Postern, Stickern, einer Website und einem Safer-Use-Kit schafft Tripsit humorvolle, visuelle und niedrigschwellige Zugänge zu wichtigen Informationen – direkt aus der Szene heraus, für die Szene.

Das Projekt zeigt, was möglich ist, wenn die Zielgruppe nicht nur betrachtet wird, sondern aktiv in den Gestaltungsprozess einfließt.

Wer ist dein Krisenbuddy?

In Kooperation mit dem Deutschen Roten Kreuz und dem Forschungsprojekt KatHelfer-PRO habe ich im Rahmen meines Studiums mit meinen Kommilitonen: Sophie Kruschke, Finja Peters und Maxime Theis ein Chatbot-Konzept zur Koordination von Spontanhelfenden in Katastrophensituationen entwickelt. – z. B. bei Hochwasser, Blackouts, Bombenentschärfungen oder großflächigen Evakuierungen.

Ziel war es, über den Chatbot sowohl Helfende schnell zu erfassen, briefen und vermitteln zu können – als auch hilfesuchende Personen zu erreichen. Die Anwendung ermöglicht unter anderem das Zuweisen konkreter Aufgaben (z. B. Essensausgabe, Zeltaufbau, medizinische Unterstützung) sowie die Navigation zu Einsatzorten und die Angabe von Qualifikationen.

Neben der Strategie und der nutzerzentrierten Konzeption war ich auch für das Storytelling und das Storyboard eines begleitenden Kurzfilms verantwortlich, der das System narrativ erlebbar macht – vom Erstkontakt über den Chat bis zur Hilfe vor Ort.

Der Film veranschaulicht, wie Service Design helfen kann, in Ausnahmesituationen klare Wege und echte Unterstützung zu schaffen.

It’s a Match?

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